Jesewitz 2019

Der Wettergott hatte vergessen, die Sonne herauszuhängen als sich am 5. Oktober 2019 dreiundzwanzig  Freunde, Liebhaber und Gönner des Pommerschen Kröpfers in Jesewitz nahe Leipzig zu ihrem traditionellen Treffen verabredet hatten.

 

Vielleicht sind wir in den Vorjahren von Sonne und angenehmen Temperaturen einfach verwöhnt worden.

Leider mussten 5 der angemeldeten Teilnehmer kurzfristig absagen, sodass ein neuer Teilnehmerrekord verpasst wurde.

Zuchtfreunde aus ganz Deutschland, vom Niederrhein bis Dresden und von Rheine bis Weiden in der Oberpfalz haben es sich nicht nehmen lassen, unter Gleichgesinnten erneut einige frohe und ungezwungene Stunden miteinander zu verbringen.

 

Unser Zuchtfreund Udo Steude hatte mit seiner Sylvia den Tag für alle Teilnehmer, einschließlich zweier neuer Gesichter top vorbereitet.

Nach der Begrüßung aller Teilnehmer, konnten die mitgebrachten Jungtiere in die vorbereiteten Käfige eingesetzt werden.

Natürlich in diesem Jahr, geschützt vor Wind und Wetter, im überdachten Außenbereich des Sportzentrums.

Profis, wie Udo haben eben an alles gedacht! Nach einer Stärkung wurde natürlich nicht zum Mittagsschlaf übergegangen. Unser Zfr. Hans Richter begann mit der Besprechung der vorgestellten Pommerschen Kröpfer. Jedes Tier wurde begutachtet und besprochen, wobei alle Teilnehmer humorvoll in dieses Geschehen mit einbezogen wurden.

Es wurde viel gewitzelt und gelacht und man war sich in fast allen Punkten einig.

Einzig beim Thema Handschwingenzahl und dem neuerdings leidigen Thema Wechselschwingen, gab es konträre Meinungen.

Wie ich meine, eine überflüssige Thematik. Überflüssig wie das Geschwür am Gesäß! Die Zahl der Handschwingen bei unserer Rasse, dem Pommerschen Kröpfer, wurde vor Jahren nach vielem Hin- und Her eindeutig geklärt. Wenn dieses Thema nun neu aufgewärmt wird, so wollen sich sog. Klugscheißer mit ihrem Geschwätz nur wichtig tun und sich ein Denkmal setzen!

Wollen wir das? Meine Meinung dazu ist eindeutig -NEIN-.

Das Thema Wechselschwinge ist gleichermaßen überflüssig!

Tiere die eine Wechselschwinge zeigen, sind für die Zucht unbrauchbar und gehören auf einen Ponyhof oder in die Küche. Das gilt auch für Wechselschwingen nach der 7. Handschwinge!

Die Argumentation, hier Gutes für den Aussteller tun zu wollen ist der falsche Weg.

Das beste Beispiel dafür ist ein in Kassel bewerteter 1.0 in blaugeherzt. Dieser Täuber, der mit sg bewertet wurde und dazu noch einen Zuschlagspreis erhielt, hatte auf der einen Seite eine doppelt sichtbare Wechselschwinge und auf der anderen Seite, eine einfach sichtbare Wechselschwinge! Dazu war er auf dem Flügelschild unsauber und zeigte eine Art Schuppung. Wenn das die Zukunft der Bewertung für unseren Pommerschen Kröpfer sein soll, dann gute Nacht.

Mein Glückwunsch zu dieser Leistung an den Züchter und gleichermaßen an den bewertenden Preisrichter!

Auch der Hinweis, dass bei anderen Rassen so verfahren wird ist für mich kein Argument.

Sollen diese Leute ihre Rassen zugrunde richten, wir müssen da mit unserem Pommern nicht gleichziehen.

Ich erinnere nur an das Thema Schwanzfederzahl! Ende der 70er Jahre. Damals wurde auf einer HSS in Münster festgestellt, dass Tauben ausgestellt waren, die teilweise 13 und sogar 14 Schwanzfedern besaßen.

Es wurde heftig diskutiert und lamentiert. Alte erfahrene Züchter, waren damals der Meinung, dieses Problem in 2 bis 3 Jahren vom Tisch zu haben.

Heute, fast 40 Jahre später, kämpfen wir immer noch mit diesem Problem und wenn ich mich nicht irre, ist die Problematik keinen Deut besser geworden! Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Wenn ich dann von einem betroffenen Züchtern höre, das wäre doch kein ernsthaftes Problem, denn aus diesen sog. fehlerhaften Tieren zöge er doch auch wieder Jungtiere, die teilweise die geforderten 12 Schwanzdedern besäßen.

Zu Schauen müsse nur rechtzeitig geschickt nachgeholfen werden. Toller Fachmann kann ich nur resümieren, zumal dann Tiere aus dieser Zucht für einen hohen Preis zum Verkauf angeboten werden.

Leider gibt es von diesen Fachleuten zu viele, ansonsten wäre die Thematik Schwanzfederzahl nach 40 Jahren vom Tisch. Würden sich unsere Preisrichter ernsthaft mit diesem Übel auseinandersetzen und den Schwanzaufbau bei unserem Pommerschen Kröpfer genauer untersuchen, kämen sie in vielen Fällen nicht umhin, das betreffende Tier auf b oder gar auf u zu setzen.

Fazit ist, wir kämpfen hier nach 40 Jahren immer noch mit unserem Problem Schwanzfedern, weil wir zu nachlässig waren und nicht genau hingeschaut haben. Es sollte ja Keinem weh getan werden! Soll der gleiche Spuk nun bei den Wechselschwingen in ähnlicher Weise betrieben werden?

Das Gros der anwesenden Teilnehmer bei unserem Treffen hat sich eindeutig dafür ausgesprochen, diesen Weg nicht mitzugehen. Lediglich 2 Teilnehmer waren anderer Meinung oder unentschlossen!

Der Hinweis, man brauche diese Tiere mit Wechselschwingen doch nicht in die Zucht einstellen, zeigt wie unsinnig diese Debatten sind und offenbart das unsinnige Handeln der Verantwortlichen.

Hier fordere ich zusammen mit Olliver Kahn mehr EIER!

Da sich entgegen unserer Gepflogenheit, auch Alttiere in den Käfigen befanden wurde bewusst auf eine Platzierung der besprochenen Tiere in diesem Jahr verzichtet. Wir möchten Jungtiere des betreffenden Jahrganges besprechen und betreiben keinen Kleintiermarkt!

Die vorbereiteten Pokale wurden daher nicht vergeben.

Anschließend hat uns Jörg Franz wissenswertes zum Thema Hygiene bei Rassetauben näher gebracht. Ein interessanter Vortrag, der völlig neue Ansätze, Aspekte und Thematiken der Hygiene beinhaltete.

Es ist sicher zielführend, diese Gedanken weiter zu entwickeln und voran zu treiben.

Im Anschluss stand ein wichtiges Thema zu Aussprache. Auf vielfältigen Wunsch aus dem Teilnehmerkreis vergangener Jahre, haben wir uns darauf vorbereitet, am 5. Januar 2020 in Thale gemeinsam eine Werbeschau für unseren Pommerschen Kröpfer auszurichten. Zfr. Horst Henkel hatte den Kontakt zu Ausstellungsleitung hergestellt und konnte den Teilnehmern unseres diesjährigen Treffens zu allen Punkten Rede und Antworten stehen. Nach einer nur kurzen Beratung war klar, alle waren begeistert und viele sagten verbindlich zu, sich an dieser Werbeschau für unsere schöne Rasse mit ihren Tieren zu beteiligen. Besser kann Begeisterung und Zufriedenheit für eine gemeinsame Sache nicht zum Ausdruck gebracht werden!

Neben den Preisen der Ausstellungsleitung, steht unserer Werbeschau ein ansehnlicher Betrag für zusätzliche  tolle Preise zur Verfügung, der von Freunden, Gönnern und Sponsoren unserer Rasse spontan zugesagt wurde. Kaum zu glauben aber wahr! Wir freuen uns auf unser Event und laden unsere Freunde herzlich zur Teilnahme ein.

Meldepapiere und weitere Infos erhaltet ihr bei Horst Henkel unter der Ruf Nr. 039484-2837.

Meldungen zu unserer Schau nimmt ausschließlich bis zum 28. November 2019  unser Zfr.  Horst Henkel entgegen, der diese Meldungen dann geschlossen an die AL weiterleitet.

Für die Verdienste für unsere gemeinsame Sache erhielt unser Horst anschließend ein wunderschöne Ehrentafel. Jörg Franz hatte zum Abschluss unseres Treffens gemeinsam mit Udo für Alle noch eine Überraschung vorbereitet. Jörg hatte es sich nicht nehmen lassen und sponserte für die Teilnehmer unseres diesjährigen Treffen eine Tasse mit Pommerschen Kröpfern in den jeweiligen Farbschlägen ihrer Züchter. Wer hätte das gedacht? Wir können uns dafür nur gemeinsam bei Jörg Franz bedanken.

Am Abend startete der inzwischen legendäre Züchterstammtisch mit 12 Teilnehmern in einem tollen Lokal bei gutem Essen und netten Gesprächen. Alle waren sich einig, einen tollen Tag würdig und unter Freunden verbracht zu haben.

 

Heinrich Huge 

 

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Zucht 2019 -Teil 3 -

 

Inzwischen befinden wir uns im September und blicken auf eine sehr gute Zuchtsaison zurück.

Das herrliche Wetter mit entsprechenden Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit haben unseren Pommerschen Kröpfern sichtlich gut getan.

Unsere Alttiere regenerieren nach erfolgreicher Zucht, nach Geschlechtern getrennt

und sind in der Hauptmauser.

Hoffentlich erhalten sie dafür ein entsprechendes Futter und ausreichend Gritt, Mineralien und Vitamingaben

in Maßen! Täglich frisches Wasser und wöchentlich die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Bad, sollten selbstverständlich sein.

Ich gebe meinen Pommerschen Kröpfern eine kleine Messerspitze Kaliumpermanganat oder etwas Franzbrantwein ins Badewasser.

Ein gutes Meersalz ist gelegentlich auch nicht zu verachten und fördert das Wohlbefinden unserer Tiere und auch ihre Gefiederbeschaffenheit.

Bitte niemals die genannten Zusätze nach dem Motte " viel hilft viel " kombinieren! 

So betreut, werden unsere Tauben die Mauser ganz sicher gut überstehen.

Auch den Jungtauben geht es offensichtlich mehr als gut. Die Jungen der ersten Bruten haben sich prächtig entwickelt und zeigen sich je nach Mauserverlauf in ansprechender Form.

Das eine oder andere Jungtier ist inzwischen bis auf einige Feinheiten im Schwanzgefieder nahezu " Schaufertig ", und fast täglich gibt es neue " Zeiger ", die unser Züchterherz höher schlagen lassen. 

Für unsere Jungtauben gilt im Übrigen in Bezug auf die Versorgung das Gleiche wie für unsere Alten.

Wer kann, sollte die Gelegenheit nutzen und auch bei den Jungtieren mit zunehmendem Alter die Geschlechter trennen.

Von besonderer Bedeutung ist es nun, auf Parasiten im Gefieder zu achten und diesen Plagegeistern den Garaus zu machen. Geeignete Präparate hält der gut sortierte Fachhandel  bereit. Auch die Gesundheit unserer Pommern darf nicht vernachlässigt werden. Trichomonaden, auch als gelber Knopf bekannt, Kokzidien, Viren und andere Krankheiten haben es in der Mauserzeit leicht, unsere Taubenbestände zu schwächen und so erheblichen Schaden anzurichten.

Es ist auch die Zeit, in der sich unsere Kropftauben gern überfressen, d. h. sie nehmen zuviel Futter und oder Wasser auf und haben dann einen Hängekropf. Die Folge ist, daß der Kropfinhalt säuert und in Gärung übergeht. Ein probates Mittel ist das Spülen des Kropfes mit lauwarmen Wasser. Gern nehme ich zum Nachspülen zusätzlich ein wenig Mallebrin. Diese Mischung lasse ich 2 Minuten im Kropf und sorge dafür, daß eine gute Verteilung erfolgt. Danach setze ich die Tauben in einen Ausstellungskäfig und siehe da, sie blasen schon nach weniger als einer Stunde wieder. Nun erhalten sie noch 2 bis 3 Tage gute gestutzte Gerste zuerst nur in kleinen Gaben und dann in immer größeren Portionen, bis hin zum Standfutter. Ist die Beschaffenheit vom Kot auch ok, können sie zurück in ihren Schlag. Ansonsten ist bei der Wahl der entsprechenden Behandlung die fachliche Begleitung eines guten Veterinär Mediziners nicht nur von Vorteil, sie ist immer notwendig!

Behandelt bitte nicht auf Verdacht und auf " blauen Dunst ", sondern holt Euch qualifizierten Rat ein.

Vor einer Behandlung mit Medikamenten sollte immer eine Kotprobe zur Untersuchung gegeben werden. Vor nicht allzu langer Zeit, traf ich einen Vereinskollegen, der mir sein Leid klagte, ihm wären all seine geliebten Zwerghühner bis auf eine Althenne qualvoll eingegangen.

Sie seien einfach umgefallen und hätten Blut im Kot gehabt. Auf meine Frage nach der Ursache kam nichts, außer daß es weder Marek noch Kokzidose gewesen sein könnte! Auf Nachfrage, was denn der Doktor med. Vet. dazu gesagt habe, kam dann die lapidare Antwort, den habe ich nicht gefragt, ich wollte doch keine Lawine lostreten.

Ja liebe Zuchtfreunde, so ist das Leben auf dem Ponnyhof!

Bleibt nur zu hoffen, daß die überlebende Althenne bei der nächsten Ausstellung nicht im Käfig steht und nach Art eines "Gonekokkenmutterschiffes", alle Tiere der Schau infiziert. 

Aber nun zurück zu unseren Tauben. Es ist inzwischen auch an der Zeit unsere Tauben und nicht nur die Jungtiere zu immunisieren, sodass die sog. Jungtaubenkrankheit keinen Schaden anrichten kann.

Ebenfalls ist anzuraten, den Impfstoff für die obligatorische Impfung gegen  Paramyxovirose zu ordern.

Dann kommt es auch nicht zu Engpässen, wie von vielen Ausstellern im letzten Jahr beklagt wurde!

Der Umfang der Behandlungen und die Auswahl der eingesetzten PRÄPARATE sollte gut überlegt sein und den Umständen und Risiken des jeweiligen Taubenbestandes angepasst werden.

Das es dafür die unbedingte Hilfe eines Fachmannes bedarf, habe ich bereits erwähnt.

Doch wie immer im Leben, kann es nicht schaden, sich im Umfeld des Geschehens kundig zu machen. Fachzeitschriften, wie die Brieftaubenzeitung leisten hier einen wichtigen Dienst.

So las ich in einer der letzten Ausgaben eine informative Abhandlung zu diesem Thema. Der Verfasser war der allseits bekannte und anerkannte niederländische " Duivendoktor " Henk de Weert aus Breda. 

Also nochmals die Bitte, verbunden mit dem wohlgemeinten Rat, stopft nicht alles was Euch angeboten wird, ungeprüft in Eure Lieblinge.

Ein alte Weisheit sagt, " Einem hilft es immer, und sei es nur dem Hersteller ". 

Auf Platt sagt man auch, een jede Moor prault sine Bottern un jede Pracher sine Lus!

Diesem Rat folgend, wünsche ich eine weiterhin gute Entwicklung unserer Pommerschen Kröpfer, und ein gesundes Wiedersehen in Jesewitz am 5. Oktober 2019.

 

Heinrich Huge 


Anfang Juni haben sich die Lahore Freunde bei Dieter Mersmann in Bocholt getroffen .


Zu Besuch beim Taubenzüchter und beim „Liebhaber“ (Taubenliebhaber)

 

Eingeladen bei Georg Huesker ,waren wir gespannt auf das was uns erwartet. In zwei Gartenhäusern mit kleiner Voliere ,konnte man sich überzeugen ,das er ein Liebhaber von vielen verschiedenen Taubenrassen ist .

Um nur einige zu nennen : Mittelhäuser, Orientalische Roller , Figuritamövchen , Usbekische Tauben, Stellerkröpfer ,Sächsische Pfaffen ……. Wenn er mal wieder eine Taube findet ,in die er sich verguckt ,wird auch schnell mal gewechselt .Es ist schon interessant so eine Vielfalt zu sehen .Natürlich immer nur einzelne Paare . Ich denke das mach ein Liebhaber im wahrsten Sinne des Wortes aus !!!!

 

Dann waren wir beim Züchter Peter Jenner zu Besuch , er züchtet seit gut 50 Jahren mit Erfolg einen der größten Kröpfer  und zwar den Altdeutschen Kröpfer .

Bei Peter konnte man den Unterschied zum reinen „Liebhaber“ verschiedener Taubenrassen sehen . Für diese großen Tauben benötigt man wohl doch einiges an Platz mehr .Peter hält seine Tauben in einer großen Schlaganlage ,ausgestattet mit Holzrosten. Auch Peter hat ,wie viele Taubenzüchter eine  Zweitrasse und zwar den Marchenerokröpfer ,den er auch schon über 30 Jahre in seinen Schlägen züchtet .

Natürlich sind wir Züchter auch Liebhaber unserer Taubenrasse ,denen wir allerdings meist seit Kindheit treu sind .

 

Egal ob Züchter oder Liebhaber ,wichtig ist nur die Freude an unserem schönen Hobby und die dadurch entstandenen Gemeinsamkeiten ,wie die Treffen untereinander .

 

(Das Leben wär nur halb so nett ,wenn keiner einen Vogel hätt!!)

 

Wünsche allen ob Züchter oder Liebhaber eine schöne Zeit .

 

Verbleibe mit Züchtergruß

Dieter Geisler

 

 

 


Zucht 2019 -Teil 2-

 

Inzwischen ist der Wonnemonat Mai vergangen und bei unseren Pommerschen Kröpfern liegen die

letzten Jungtiere der Zucht 2019 im Nest und lassen es sich bei angenehmen Temperaturen gut gehen.

Das Ende der Zucht ist eingeläutet und es ist nicht sinnvoll, noch weitere sogenannt Spätbruten aufzuziehen.

Ratsam ist, die Zuchtpaare nun zu trennen, denn die späten Jungtiere bleiben in ihrer Entwicklung zurück

und sind weder für späte Schauen noch für die Zucht 2020 fertig und zu gebrauchen.

Ihnen fehlen einfach die warmen Sommer-Sonnentage für ihre Entwicklung.

Die älteren Jungtiere sind längst von den Eltern getrennt und entwickeln sich im Jungtierschlag zu

ansehnlichen Teenagern und üben teilweise schon das Blasen!

Toll, wie die ersten Jungtäubinnen bereits beginnen zu kokettieren.

Nach der erste Selektion beim Beringen bzw. beim Absetzen, erfolgt nun eine weitere Auslese der Tiere

nach offensichtlichen Mängeln wie Zeichnungsfehlern, Wechselschwingen und Schwanzfederzahl.

Pommern mit mehr als 12 Schwanzfedern, Spaltschwanz und/oder fehlender Bürzeldrüse, nicht intakter Bürzeldrüse, weiß im Aftergefieder sowie Schwächen im Wachstum sind ein "Fall für die Küche"!

Nach deren Abgang, gibt es Platz für die Hoffnungsträger der Zuchtsaison 2019 .

Auch Alttiere, die in der kommenden Saison nicht mehr eingesetzt werden sollen oder in der Zucht nicht überzeugt haben, können nun bereits unsere Zuchtanlagen verlassen und bringen so den Platz,

den der neue Jahrgang dringend braucht.

Eine Säuberung und Desinfektion der Zuchschläge und der Nester ist nach beendeter Zucht unbedingt notwendig, damit nicht Ungeziefer wie Federlinge und anderes Getier ein willkommenes Zuhause vorfinden.

Auch eine Überprüfung des Federkleides auf Parasiten ist unabdingbar und sollte fortan regelmäßig erfolgen.

Nur dann ist sichergestellt, daß bei einer späteren Schau  keine Gefiederschäden vorhanden sind oder

gar "zuviel Tiere im Käfig" vom Preisrichter moniert werden muß!

Das sowohl unsere Alttauben, als auch der neue Jahrgang 2019 eine optimale Versorgung mit Futter und frischem Wasser nun besonders nötig hat, ist angesichts der weiteren Entwicklung unserer Jungtiere und der anstehenden Mauser eine Selbstverständlichkeit.

Auf die Gesundheit unserer Tauben und die Stärkung des Immunsystems sollten wir ein besonderes Augenmerk richten. Wertvolle Anleitung und brauchbare Lösungen, hat uns unser Zuchtfreund Martin Gangkofner in seinem Beitrag "Wege zu einer natürlichen Gesunderhaltung der Tauben" hinreichend gegeben.

Er hat nicht nur Lösungen aufgezeigt, seine Lösungsvorschläge passen auch zu unseren aktuellen Problemen in Zucht und Haltung unserer gefiederten Freunde.

Bitte laßt Euch nicht von neu aufkommenden Diskussionen um die Zahl der Handschwingen bei unseren Pommerschen Kröpfern anstecken.

Hier ist in der Vergangenheit durch selbsternannte Experten und Theoretiker unendlicher Schaden in unseren Zuchten angerichtet worden. Viele hochwertige Tiere wurden wegen ihrer 11 Handschwingen aus der Zucht genommen!

Der leider erst nach Jahren gefaßte Beschluß, daß 10/10 aber auch 11/11 oder 10/11 Handschwingen bei unserer Rasse akzeptiert werden, hat auch weithin Bestand und das ist sinnvoll und muß so bleiben. 

Auch eine Regelung zu den weißen Schwingen bei den geherzten Farbschlägen ist klar definiert.

Unsere Pommerschen Kröpfer sollen wenigstens 7 weiße Handschwingen und höchstens 10 weiße Handschwingen haben.

Vereinsintern hat man sich vor Jahren darauf verständigt, daß die Anzahl weißer Schwingen darüber hinaus dadurch ihre Begrenzung findet, daß ein geschlossenes Flügelschild erhalten bleibt und dass Weiß am Flügelbug nicht durchbricht.

Für mich eine fragwürdige Regelung, die unserer Rasse auf Dauer sicher nicht gut tut!

Schauen wir uns die geherzten Tiere heute an, wir finden kein einziges Tier mehr, das farbige Kappenfedern besitzt.

Ein Merkmal, daß ehemals auch bei den geherzten Pommerschen Kröpfern angestrebt wurde.

Dann werden auch noch Wechselschwingen akzeptiert. Ein Umstand, der bei mir nur Unverständnis und Kopfschütteln hervorruft!

Eine Wechselschwinge vererbt sich so nachhaltig, daß hier ein nicht wieder gutzumachender Schaden in der Zucht entsteht.

Ein Tagewerk von Wichtigtuern und Theoretikern, die sich durch Standardänderungen ein "Denkmal" setzen wollen. Diese Leute leisten  einen Bärendienst für unseren Pommerschen Kröpfer.

Denkt, liebe Zuchtfreunde einmal selbstlos darüber nach und handelt verantwortungsbewusst im Sinne des Pommern. Es geht um unseren Pommerschen Kröpfer, nicht um persönliche Befindlichkeiten, den eigenen Zuchtstand im Schlag sondern darum, unsere Rasse in ihrem Ursprung zu erhalten und so unseren imposanten Kröpfer auf Dauer am Leben zu erhalten. 

Für heute wünschen wir allen Freunden, Gönner und Liebhabern des Pommerschen Kröpfers alles erdenklich Gute im privaten Umfeld und für unsere geliebten Federfüßigen natürlich im Besonderen.

Bitte reserviert schon einmal den 05. 10 2019 für unser traditionelles Treffen in Jesewitz!

Eine entsprechende aussagefähige  Einladung mit der gewohnten ungezwungenen Agenda wird rechtzeitig an dieser Stelle veröffentlicht.

 

Heinrich Huge 

 


Liebe Zuchtfreunde,

 

Liebhaber und Förderer unseres Pommerschen Kröpfers. Als Ergänzung und Vertiefung meines letzten Beitrags " Zucht 2019 ", habe ich den Artikel eines alten und geschätzten Zuchtfreundes aus Bayern aufgetan, der für jeden Züchter ein praktischer Leitfaden für eine gesunde Taubenhaltung dienen kann. Martin Gangkofner ist nicht nur ein begnadeter Taubenzüchter, er ist ein absoluter Fachmann wenn es um Vererbung und Gesundheit unserer geliebten Tauben geht. Als "Mann vom Fach", erfolreicher Züchter und Aussteller, sowie gefragter Preisrichter im In- und Ausland, weiß Martin wovon er spricht, also kein Theoretiker sondern ein Mann der Praxis. Danke Martin, daß wir diesen Artikel von Dir auf unserer Internetseite veröffentlichen dürfen.  Bei der Lektüre dieses Beitrages wünsche ich viel Freude und Erfolge in der praktischen Anwendung im Taubenschlag.

 

Heinrich Huge

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Wege zu einer natürlichen Gesunderhaltung der Tauben

 

Ein normaler Zuchtverlauf mit gesunden und ohne großen Aufwand standardmäßig versorgten Tauben war früher eine Selbstverständlichkeit, massive Probleme gab es eher vereinzelt, konnten dann aber zum Totalverlust führen. In den letzten Jahren hat sich die Situation aufgrund neuer, erst in den letzten Jahren bei uns auftretenden Erregern leider grundlegend verändert. Allein die neuen Begriffe, wie Jungtauben-, Mooskrankheit oder die vielfach genannten Viren (z.B. Adenoviren, Circoviren) sind ein Zeichen dieser Entwicklung. Viele Züchter können diesbezüglich aus eigener Erfahrung berichten und oft genug war/ist man als Betroffener am verzweifeln.

Das Bestreben eines Züchters sollte es stets sein, durch das Schaffen von optimalen Vor-aussetzungen mit Blick auf Schlagverhältnisse, Versorgung, Gesundheitskontrolle, Tau-ben-Qualität und vor allem Vorsorge, den Einsatz von Antibiotika weitgehend einzu-schränken.

Aber: Mangel an Bewegung (geringerer Stoffwechsel), einseitige bzw. falsche Fütterung (sowie Defizite), schlechte Belüftung, zu viel Stress, unnötige Medikamentgaben in Kombination mit multiresistenten Keimen führen teils zur massiven Schwächung der natürlichen Abwehrkräfte unserer Tiere.

Denn nur ein starkes/funktionierendes Immunsystem ermöglicht es den Tieren gesund und leistungsbereit zu bleiben; besonders wenn sie hohen Belastungen (Ausstellung, Mauser) ausgesetzt sind.

Nur täglich optimal mit Nährstoffen und Vitalstoffen versorgte Tauben können genügend Abwehrkraft aufwenden, um Infektionen und dem ständig neuen Kontakt mit Erregern entgegen zu treten, ohne ihre Form einzubüssen. Ein guter Versorgungsplan zielt mit Hilfe der Wirkstoffversorgung mit Vitaminen, Aminosäuren, Spurenelementen usw. gezielt auf diese Abwehrsteigerung und auf die Unterstützung der Keimreduktion ab.

Zwei Seiten sind grundsätzlich zu betrachten:

Erreger Geschwächte Abwehr

- zu viele - nasskalte Witterung

- besonders aggressive - negativer Stress

- unbekannte, multiresistente - unzureichend ausgereiftes Immunsystem

Außerdem! Jeder Bestand hat sein Mikroklima und hier seine eigenen Resistenzen!

Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen

- Vermeidung von Überbesatz

Freiflug, bei dem sich die Tauben tagsüber leicht aus dem Weg gehen können, ist vie-lerorts leider nicht mehr möglich, so daß verstärkt auf die Volierenhaltung ausgewi-chen werden muss. Die Kapazitätsgrenze ist hier viel eher und oftmals schon zu Beginn einer Zuchtsaison erreicht, weil mit mehr Zuchtpaaren als für die gegebenen Platzverhältnisse vernünftig bzw. Anfangs geplant in die Zucht gegangen wird. Es ist auch nachvollziehbar, daß wir zu Beginn des Jahres um jedes Jungtier froh sind und das Thema Selektion gern mal vernachlässigt wird. Nur der wirklich Erfolg versprechenden Nachzucht tun wir hier keinen Gefallen! Wir vergeuden den Platz, das Licht und die Luft unserer künftigen Hoffnungsträger, die wir als hochrassig einstufen und der ja unser ganzer Stolz des aktuellen Zuchtjahres sein soll. Ein voller Jungtierschlag im Juli/August ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zuchtsaison!

Werden dann aber die Paare getrennt und jedes Tier beansprucht einen Sitzplatz, wird es meist eng und die Kapazität reicht nicht mehr aus. Die Tiere sind aufgrund der Dichte einem erhöhten Infektionsdruck ausgeliefert, unterliegen beim Kampf um Futter und Sitzplatz einem Dauerstress, der belastende Mauserverlauf zerrt an den körpereigenen Energiereserven und das trockene, sonnige Sommerwetter (Erreger-Verdünnung durch Trockenheit und ultraviolette Strahlung) wird nach und nach vom feuchteren, unsteten Herbstwetter abgelöst. Es ist dann meist nur noch eine Frage der Zeit bis der Punkt erreicht ist, bei dem der Tauben-Organismus den Angriffen krankmachender Viren, Bakterien und Pilze nicht mehr standhält.

 Trockene Ställe mit optimaler Belüftung

 Rechtzeitige Selektion nach Rassetyp, aber auch Widerstandskraft und Vitalität

 Verhinderung/Einschränkung der Überbesetzung

Jungtauben  Wenn der Übergang von passiver zu aktiver (körpereigener/trainierter) Immunität nicht rechtzeitig gelingt, erlischt die passive Immunität (als Embryo über den Dotter erlangt) nach 3 – 4 Wochen und die Jungtauben werden für Infektionen empfänglich. Die vollständige aktive Immunität ist dann im Alter von ca. 7 Monaten erreicht; man spricht dann von der so genannten Altersimmunität. Tauben ab ca. 7 Monate erkranken zum Beispiel nur noch selten an Circovirose.

- Überdurchschnittliche Virenanhäufung (Circovirus) in Kombination mit bakteriellen Infektionen  Angriff auf das (leistungsschwache!) Immunsystem

Viren – die neue Geißel der Menschheit, aber auch des Tierreichs und der Pflanzen-welt! Um unsere Bestände erfolgreich vor einer sekundären Infektion zu schützen, be-darf es der Kenntnis der Funktion von Viren und ihres Infektionsweges. Arzneimittel, wie Antibiotika, sind gegenüber Viren ebenso machtlos wie Kälte, Hitze und Desinfektionsmittel. Vorbeugende Impfungen zur Auslösung einer Immunität sind hier das wichtigste Gegenmittel. Die Herstellung eines längerfristig erfolgreichen Impfstoffes ist hierbei aber nicht immer leicht, weil die diese bei der Vermehrung einer fortlaufenden Veränderung (Mutationsfreudigkeit) unterliegen und hierfür die Identifizierung eines fixen Erbteils notwendig ist. Auch kann sich das Virus nicht allein fortpflanzen, sondern benötigt hierfür immer einen Wirt in Form einer Zelle (Tier, Pflanze, Bakterie). Bei Befall (Zelleindringung durch Zellwandauflösung) wird der Zellkern, welcher alle Lebensfunktionen der Zelle steuert, dann einfach zur Pro-duktion von neuen Viren umprogrammiert.  Ein infiziertes Tier wird aufgrund der daraus resultierenden massenhaften Virenausscheidung (Ausscheider) zur potentiellen Ansteckungsgefahr für den Restbestand!

Ist eine Infektion mit einem, dem Organismus unbekannten, Virus erfolgt, so reagiert das gesunde und leistungsstarke Tier mit der verstärkten Bildung von spezifischen Antikörpern. Werden diese Antikörper nicht rechtzeitig und in ausreichender Zahl gebildet (Immunschwäche), führt das zur massenhaften Virusvermehrung und dem Befall weiterer gesunder Zellen. Das erkrankte Tier wird dann zum Virusproduzenten und gibt diese an seine Umwelt weiter. Letztendlich wird aufgrund der voranschreitenden Zellvernichtung immer mehr das Immunsystem geschädigt und es kommt zu verschiedenen bakteriellen (Sekundär-) Infektionen.

Der befallene Organismus hat also bei der Abwehr von bekannten Viren eine durchaus reelle Chance. Diese ist jedoch bei unbekannten Viren (z.B. Einschleppung aufgrund länder- oder kontinent-überschreitenden Handels) nicht immer möglich.

Die so sehr gepriesene Globalisierung hat eben auch ihre Schattenseiten. Der Mensch tauscht hier eben nicht nur Güter, sondern auch Viren/Krankheitserreger durch per-sönlichen Kontakt oder die Handelsware (Tier) aus. Diese neuen Viren sind dem Or-ganismus oftmals unbekannt und aufgrund der deswegen fehlenden Antikörper kommt

es zur Infektion und zum Ausbruch von Krankheiten. Früher war für den Tauben-züchter, -händler die Hürde zum Tieraustausch mit fernen Ländern eben viel höher. Heutzutage stellt ein Import/Export aus Übersee nur noch ein kleines Problem dar und die evtl. Quarantäne soll nur helfen Schlimmeres zu vermeiden. Jeder gesunde Orga-nismus lebt im Gleichgewicht mit seinem Mikroklima vor Ort, welches durch dessen Umfeld, z.B. Witterungsverhältnisse (Hitze, milder Winter, Luftfeuchtigkeit) geprägt wird. Wechselt ein Tier den Besitzer und somit den Stall, unterliegt es nicht nur den Strapazen, wie Transport, Eingewöhnung und Futterumstellung. Vielmehr muss sich die körpereigene Gesundheitspolizei auf die neue Mikroklima-Situation einstellen und wird unter anderem von unbekannten Krankheitserregern attackiert, für die bisher keine Abwehrsysteme nötig waren. Im Gegenzug wird aber auch der Bestand mit den bisher unbekannten Krankheitserregern des Neuzugangs konfrontiert. Multiresistente Keime oder auch Killer-Keime genannt können dann letztendlich der Auslöser einer Katastrophe sein!

 Jeder Bestand hat sein eigenes Mikroklima bzw. seine eigenen Resistenzen!

Die nur zu gern (auch bei Neuerwerbungen) prophylaktisch durchgeführte Antibiotika-Behandlung vermag zwar die Bakterien zu vernichten, hat aber auf die Viren-Population keinerlei Auswirkungen und dient nur als Wegbereiter für krankmachende Schimmelpilz-Kulturen und Bakterien, die nun wegen der sterilen Schleimhäute diesen Angriffen meist schutzlos ausgeliefert sind.

Bei nahezu jeder Taube ist standardmäßig eine Besiedelung mit Hefepilzen feststellbar; diese gehören zur physiologischen Flora der Schleimhäute. Erst bei einem Sieg über das Abwehrsystems (Virusbefall), den daraus resultierenden langwierigen Krankheitsverläufen und/oder ausschweifenden antibiotischen Therapien evtl. in Kombination mit einer unstabilen Wetterlage bzw. hoher Luftfeuchtigkeit vermehren sie sich derart stark, daß sie in der Lage sind, die Taube zusätzlich zu beeinträchtigen. Ergänzend ist noch zu erwähnen! Nicht nur die Viren, sondern auch die krankmachenden Pilzkulturen besitzen in der Außenwelt eine hohe Widerstandskraft (z.B. auch gegenüber vielen Desinfektionsmitteln) und werden immer mehr zum Problem in der modernen Medizin. Das extrem schnelle Verenden zahlreicher Jungtiere, ohne ein Zeichen von Abmagerung, ist ein relativ sicheres Zeichen von Pilzbefall. Der Pilz scheidet nun im Vogelkörper konstant Gifte (Mykotoxine) aus, welche zu den giftigsten Substanzen der Natur zählen. Diese gelangen in die Blutbahn und können somit praktisch alle Organe (Darm, Herz, Niere, Leber, Geschlechtsorgane) schädigen. Es handelt sich hierbei um eine schleichende Erkrankung (langsame Vergiftung), die im akuten Fall zum Versagen der Entgiftungsorgane (Niere, Leber) führt. Bei einem evtl. erstellten Befund wird dann lediglich Nierenversagen festgestellt! Da der Antibiotika-Einsatz immer als Wegbereiter für krankmachende Pilzkulturen dient, sollte dieser stets gut überlegt sein!

Alternativ hat sich der Einsatz von natürlichen Antibiotika bestens bewährt; ich verwende ein Natur-Antibiotikum, dessen Wirkstoff aus Grapefruit-Kernen gewonnen wird – insbesondere bei der Eingliederung von Neuerwerbungen (5-Tage-Kur) war es sehr effektiv. Sollte sich der Einsatz von pharmazeutischen Antibiotika nicht verhindern lassen, so im Anschluss bitte immer Probiotika zum Aufbau der Schleimhäute verwenden. Eine weitere Alternative stellt Propolis (für Tiere auf Wasserbasis, nicht Alkohol) dar. Das Kittharz der Bienen, das sich als natürliches Desinfektionsmittel, Antibiotika und Viruzid (virushemmendes Mittel) schon in der früheren Medizin bestens bewährt hat!

Hiervon 1 bis 3 Tropfen direkt in den Schnabel helfen im akuten Krankheitsfall; sehr empfehlenswert bei krankhaften Befall mit Trichomonaden. Auch die Verwendung von Jod (-produkten) bietet sich an, da es die Ansiedelung von Hefepilzen sehr gut eindämmt bzw. bei nicht übermäßiger Vermehrung lassen sich die Keime durch einen ausreichend dosierten Einsatz gut zurückdrängen.

Bei Virusinfektionen ist es außerdem unabdingbar ein abwehrsteigerndes Präparat (Immunglobuline/versch. Pflanzenextrakte) zur ausreichenden Antikörperproduktion und/oder Ankurbelung des Stoffwechsels unterstützend einzusetzen.

- Falscher Medikamenteneinsatz / Züchtung multiresistenter Krankheitskeime

Ein nicht zu vernachlässigender Grund für die mittlerweile oft bestehenden Resistenzen der Krankheitserreger gegenüber verschiedenen Antibiotika, liegt in dem unsachgemäßen bzw. unnötigen Einsatz von Medikamenten. Dies resultiert teilweise aus Unkenntnis – das Pulverchen, welches beim letzten Mal / Zuchtkollegen gewirkt hat, hilft bestimmt – oder auch aus übertriebener Vorsicht, wenn die Medikamentengabe zur Vorbeugung bzw. Behandlung, trotz Einzeltiererkrankung, gleich beim Gesamtbestand bei Einzeltiererkrankungen dienen soll. Spätestens seit der Jungtaubenkrankheit weiß man, daß eine Antibiotika-Gabe beim Gesamtbestand verheerend sein kann. Kaum mehr steigerungsfähig ist es, wenn bisher nicht benötigte Mittelchen kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums noch verbraucht werden, denn man will ja kein Geld umsonst ausgegeben haben.

 Resistenzen! Wenn schon vorbeugende Maßnahmen, so empfiehlt es sich, wenn möglich, natürliche Wirkstoffe ohne Resistenzbildungen zu verwenden. Der Züchter riskiert ansonsten auf längere Sicht den Schaden immer mehr zu vergrößern, anstatt diesen einzudämmen. Dies gilt auch für die Bekämpfung von Einzellern (Trichomonaden, Hexamiten) und Parasiten.

Außerdem  Der Züchter sollte sich also von dem Gedanken verabschieden, alle Keime im Stall eliminieren zu wollen! Gegen Krankheiten vorbeugen kann der Züchter am Besten, wenn das Immunsystem unterstützt und es anregt, also mehr Abwehrzellen zu produzieren.

Wer hier verantwortungsvoll vorgeht und die chemische Waffe vor allem für den Notfall vorhält, hat dann auch ein wirksames Mittel zur Hand!

Achtung! Wenn tetracyclin-haltige Medikamente verabreicht werden, immer Kalk und Grit entfernen, da ansonsten die Wirksamkeit derer vermindert bzw. aufgehoben wird, weil ansonsten die Trägersubstanz des Medikaments mit diesen reagiert und so die negativ die Wirkung beeinflusst.

- Unterschätzte und vernachlässigte Selektionskriterien  Resistenzauslese!

Speziell in den letzten Jahren haben sich viele Rassen in den Hauptrassemerkmalen überdurchschnittlich weiterentwickelt. Viel zu oft ging da der Typ vor und die natürli-che Vitalität wurde hinten angestellt. Schwache, aber rassige Tiere werden notfalls aufgepäppelt und im Folgejahr hoffnungsvoll in die Zucht eingestellt. Vertreter, die zu schwach sind, sich im Zuchtstall zu behaupten, dürfen ihre schwachen Gene ungestört in der Zuchtbox weiterreichen! Dann noch direkte oder indirekte Inzucht, denn man will ja die Erbanlagen festigen (Flaschenhals-Effekt)! Eine züchterische Einbahn-straße! Inzucht ist durchaus nicht negativ zu werten! Nur der Züchter darf hierbei nicht den Fehler machen, die strenge Selektion nur auf Äußerlichkeiten abzustellen!

Zu dem Thema Erhaltung der allgemeinen Widerstandsfähigkeit/Vitalität (gestörte Antikörperbildung) gehören auch andere genetisch verankerte Eigenschaften, wie Brutpflege, Eiqualität, Stressbewältigung, Intelligenz usw., die es zu erhalten gilt. In der Wildtaubenzucht wird zur Erhaltung der Vitalität bei Mutationen immer wieder

die Einkreuzung wildfarbener Vertreter empfohlen. Diesen Weg können wir natürlich nicht gehen, aber es empfiehlt sich bei Bedarf die Einkreuzung robuster, wenn auch vielleicht nicht gar so hochrassiger Tiere anderer Zuchten. Es gibt bereits Sondervereine, welche die genetische Fehlentwicklung ihrer Rasse erkannt haben und für deren „Blutauffrischung“ nach alten und vitalen Gen-Ressourcen suchen.

- Vermeidung von Mangelerscheinungen

Jeder fürsorgliche Züchter ist der Meinung, daß es seinen Tauben an nichts mangelt, weil er ihnen doch sämtliche im Fachhandel angebotene Produkte, wie Taubenkuchen, Grit, Magensteinchen (?), Futterkalk usw. anbietet. Die Mangelerscheinungen bei unseren Tieren sind größer als wir meinen. Man kann diese auch nicht immer definieren, wer aber seinen Bestand so vielseitig wie nur irgendwie möglich ernährt, tut sein Bestes diesen vorzubeugen. Hierzu folgende Beispiele!

Das heißbegehrte Salz wird den Tieren zur freien Aufnahme fast nie angeboten. Der Salz-Heißhunger resultiert aus einer Mangelerscheinung im Organismus und bei plötzlichem Überangebot dieser Tauben-Leckerei können sich Vergiftungserscheinungen einstellen. Die Folgen sind Durchfall und eine Belastung des Organismus. Speziell Taubenküken können dem konditionell wenig entgegen setzen, sind im Wachstum gestört bzw. verenden schlimmstenfalls.

Bestimmte Picksteine werden von Tauben besonders gern aufgenommen werden, weil sie einen hohen Natriumchlorid(Salz)gehalt aufweisen. Die weiteren aufgenommenen Bestandteile des Picksteins werden vom Tier jedoch nur in kleineren Mengen benötigt und ungenutzt ausgeschieden. Dies belastet nicht nur den Organismus, sondern auch den Geldbeutel des Züchters. Der Salzbedarf eines Tieres unterliegt Schwankungen und der Konsum wird von diesem – wenn eine freie Aufnahme möglich ist - bedarfsorientiert wahrgenommen. Ein Vorenthalten macht also keinen Sinn, sondern fördert nur das Fehlverhalten in der Nahrungsergänzungsaufnahme. Ich reiche deshalb meinen Tauben Kälberlecksteine oder einen mit Futterkalk gefüllten Tonnapf, der mit Salzlauge (z.B. Jod-Salz, evtl. auch aufgelöstes Himalaya-Salz) getränkt wird. Wenn die Lösung vollkommen versickert und der Inhalt getrocknet ist, wird es den Tieren zur freien Aufnahme zur Verfügung gestellt. Das Gemisch hat sich dann erhärtet und das Herauslösen verlangt von den Tauben etwas Arbeit; einer übermäßigen Aufnahme kann so bestens vorgebeugt werden. Speziell bei den Freiflugtauben habe ich die positive Erfahrung gemacht, daß ich hierdurch die Aufnahme des aggressiveren Streusalzes unterbinden konnte. Ein Pickstein-Verbrauch über Bedarf wird somit außerdem verhindert.

Omega-3-Fettsäuren – der Körper kann diese essentiellen Fettsäuren nicht selbst her-stellen und der Bedarf wird im Freiflug durch die Aufnahme von Schnecken und Würmern gedeckt. Bei der Volierenhaltung führt dies zur Mangelerscheinung. Man muss hier nicht auf teure Produkte aus dem Handel greifen. Eine tägliche, aber geringe Zufütterung von Fischmehl, aber auch Raps oder Raps-, Lein- bzw. Weizenkeimöl (pflanzliche Omega-3-Fettsäure) deckt diesen Bedarf ebenfalls.

Insbesondere das Fischmehl (60 – 72% Rohprotein, 5-11% Fett) erweist sich hier als sehr wertvoll, da das Fischprotein zu den hochwertigsten Eiweißen zählt und gegenüber vielen Alternativen, speziell bei den essentiellen Aminosäuren (Lysin, Methionin und Thyreonin), diesen überlegen ist.

Lecithin – Sammelbegriff für eine Gruppe von nichtessentiellen Stoffen, die der Körper also auch selbst produzieren kann, vorausgesetzt er erhält alle nötigen Bausteine und dies regelmäßig.

Eine Nahrungsquelle für Lecithin sind auch hier alle Tiere, die unsere Tauben gerne fressen würden, also die bereits erwähnten Schnecken, Würmer, Insekten, Spinnen.

Beides, Omega-3-Fettsäuren und Lecithin, kann auf pflanzlicher Basis beigefüttert werden. Sie sind jedoch als tierische Variante auch im Ei enthalten!

Zur Beachtung! Nachdem manchen Züchtern eine knappe Fütterung und somit eine zeitnahe Aufnahme einfach nicht gelingen mag und somit das Risiko für eine Futtermittel-Vergiftung stark zunimmt, sollten diese bei Bedarf auf Produkte aus dem Handel ausweichen!

- Fütterungsfehler bzw. Futterbelastung

Der Halter bzw. Züchter ist für eine rasse- und situationsgerechte Fütterung verant-wortlich – auch das gehört zum Tierschutz! Defizite können lediglich Tauben mit Freiflug ausgleichen, bei den Tieren in Volierenhaltung heißt es, „Friss oder stirb!“

Die Futterqualität bezieht sich:

1. auf den Keimgehalt sowie die Zusammensetzung und

2. auf die Belastung des Futters mit Pestiziden/Umweltgiften sowie Toxinen, welche insbesondere aus Pilzbefall stammen. Eine Belastung mit dem einen oder dem anderen ist in der heutigen Zeit fast nicht mehr auszuschließen. Mensch und Tier müssen eben darauf achten von den Pestiziden und den Toxinen jeweils verträgliche Dosen aufzunehmen, um einer krankmachenden Vergiftung vorzubeugen.

Lassen Sie sich hier nicht von optisch gut aussehenden Futtermischungen „blenden“, die poliert und mit Öl-Zugaben zum Glänzen gebracht wurden, aber dennoch über eine hohe Schimmelpilzbelastung verfügen und nicht mehr keimfähig sind (industrielles Erhitzen wegen zu hohen Wassergehalts lässt Keimling absterben).

Siehe hierzu auch den GB-Artikel „Schimmelpilze bestimmen Futterqualität“!

Zu den Themen „Richtige/Leistungsbezogene Fütterung sowie Futterzusammensetzung“ möchte ich vor allem auf die Ausarbeitungen und Beiträge unseres VDT-Journals „Die Rassetaube“ der letzten Jahre verweisen. Das Vitalkorn beinhaltet neuerdings auch Lecithin, welches sich ebenfalls sehr positiv auf die Entwicklung der Jungtauben und speziell des Gefieders auswirkt.

Ergänzend ist in diesem Zusammenhang aber noch auf das so genannte Präbiotika zu erwähnen. Darunter versteht man unverdauliche Futtermittelinhaltsstoffe (Ballast-stoffe/Rohfaseranteil), die den Organismus positiv stimulieren, indem sie das Wachs-tum und/oder die Stoffwechseltätigkeit bestimmter erwünschter Bakterien im Dick-darm fördern und sich im Zusammenspiel mit Probiotika und Vitaminen bei der Bil-dung einer gesunden Darmflora hervorragend ergänzen. Die Beifütterung von unge-schälten Hafer (ca. 10%) hat sich hier als sehr hilfreich erwiesen und wurde auch schon von der Fa. Betz im Mischvorschlag erwähnt. Sehr gut bewährt hat sich die Beifütterung von mindestens 10% Schwarzhafer.

Leider sind zu viele angebotene Futtermischungen nicht für unsere Rassetauben bedarfsgerecht, sondern vielmehr auf den Brieftaubensport abgestellt; also die Hochleistungssportler.

Ein sehr häufiger Fehler ist die Überfütterung der Tiere mit energiehaltigen Futtermitteln, öl- und fetthaltigen Sämereien sowie zu hohem Eiweiß-Anteil. Unsere Rassetauben haben keine sportlichen Leistungen zu vollbringen. Früher war bei den Tauben der Freiflug, wo durchaus mehr Energie benötigt wurde, die Tiere sich aber auch die Nahrung bedarfsgerechter suchen konnten. Heute sind sie fast ausschließlich noch in Volieren zu finden; mit Standfutter oben drein versorgt, das - wie besprochen - zu fetthaltig, eiweißreich ist und einen zu geringen Rohfaser-Anteil aufweist. Da aktuell keine im Handel angebotene Futtermischung meinen Bedürfnissen gerecht

wird, ist der verantwortungsvolle Züchter gezwungen, seine Mischung selbst zu kreieren.

- „Schutzfütterung“ bzw. Nahrungsergänzungen zur Stressbewältigung und zur Vermeidung von Krankheiten

Dieser Punkt wird sehr gut durch den GB-Artikel (lt. Anlage) von Frau Prof. Dr. Bri-gitte Gedek behandelt und Bedarf m.E. der Ergänzung, daß durch eine zu einseitige Überdüngung beim Getreide Mängel an Mikronährstoffen entstehen, was bei unseren Tauben (insbesondere ohne Freiflug) durchaus zu einer Unterversorgung dieser Vitalstoffe führen kann. Eine zusätzliche Verabreichung von Mikronährstoffen, zusätzlicher Vitamine bzw. Vitalstoffe, wie Spurenelementen, am besten auf natürli-che Art und Weise, ist somit unerlässlich.

Wichtig ist die regelmäßig Verabreichung des Vitamins K1 (fettlöslich) in Verbindung mit den Vitaminen des B-Komplexes (wasserlöslich) u. den fettlöslichen Vitaminen A, D und E (Darreichung in Kombination mit Öl). Dies kann mit Hilfe handelsüblicher Vitaminmischungen erfolgen, wobei darauf achten ist, daß diese K1/K2 enthalten und nicht das synthetische K3 (Menadion). Ist auf dem Beipackzettel keine klare Aussage, so sollte auf die Gabe verzichtet werden. Bei Einzel- oder Jungtierbehandlungen hat sich die Verabreichung von 1 – 2 Tropfen der K1-Lösung „Kanavit“ bestens bewährt, da dieses auch gegen die fast immer vorhandenen Pilzinfektionen wirkt. Für den Ge-samtbestand empfiehlt sich die effektivere u. kostengünstigere Verabreichung von Gemüse, Kräuter und auch Obst aus dem Garten, speziell weil hier dem Organismus auch sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe sowie Aminosäuren zugeführt werden, die helfen Mangelerscheinungen vorzubeugen und der weiteren Ernährungs-Optimierung dienen (Pillen ersetzen eben keine ausgewogene Ernährung!). Auch die Darreichung von Keimfutter ist eine wertvolle Vitaminquelle und optimiert die Er-nährung auch in anderen Punkten. Eine Aufzählung der verschiedenen Wirkstoffe pro Pflanze würde diese Ausarbeitung zu umfangreich werden lassen, aber einige will ich beispielhaft aufführen. Karotten (aber auch Grünkohl, Rosenkohl, Spinat, Blattsalat) haben einen hohen Gehalt an Beta-Karotin, der Vorstufe zum Vitamin-A („Schleim-hautvitamin“), welches für den Aufbau und die Erhaltung einer funktionierenden Kropf- und Darmschleimhaut benötigt wird. Eine Beifütterung hilft somit Schleim-hautentzündungen und Wurmbefall vorzubeugen. Schnittlauch und Knoblauch enthalten Sulfide und Sulfidverbindungen, welche die Blutgerinnung fördern und das Immunsystem stärken (Effektivitätssteigerung der natürlichen Killerzellen und der Abwehrzellen). Werden die rohen Knoblauchzehen geschnitten, so entsteht die geruchsintensive Substanz Allicin. Dieser Stoff tötet Bakterien ab, stärkt die Kräfte der natürlichen Killerzellen (Immunsystem) gegen Infektionskrankheiten und auch gegen Krebs. Die Zwiebel hat durch ihre ätherischen Öle eine positive Wirkung auf die Atmungsorgane, besitzt ebenfalls eine antibiotische Wirkung gegen schädliche Mikroorganismen und hilft das Abwehrsystem zu unterstützen. Die Zubereitung sollte mit Hilfe eines Mixers oder dem Zerkleinerers einer Küchenmaschine erfolgen (kostengünstige Anschaffung auf Flohmärkten möglich) und über das Futter verabreicht werden. Aufgrund der im Organismus nur eingeschränkten Speichermög-lichkeiten einiger Vitamine und Mineralstoffe, sollte die Zufütterung kontinuierlich und das ganze Jahr erfolgen. Auch die Verabreichung von Heilkräutern, wie Thymian (entzündungshemmend und durchblutungsfördernd) oder Salbei (entzündungshem-mend) empfiehlt sich im frischen sowie getrockneten Zustand.

Aufbauend auf die Erkenntnisse, daß Chili (Wirkstoff Capsaicin) diese positive Wirkung extrem begünstigt, entstand aufgrund meiner Bemühungen ein spezielles hochkonzentriertes und wasserlösliches Produkt aus südamerikanischem Chili, welches sich in Kombination mit weiteren Pflanzenauszügen zur Immunitäts-

Steigerung als sehr effektiv herausstellt. Dieses Produkt wurde speziell für Vögel entwickelt und führt zu maximalen Ergebnissen um die Immunität der Tiere von Beginn an auf Höchstleitung zu bringen. Den in erster Linie verwendeten Pflanzen (ca. 20) wie Zwiebel, Rosmarin, Opuntia oder Eukalyptus werden aktivierende Wirkungen des Immunsystems nachgesagt. Dies ist u. a. auf die Wirkstoffe Cineol, Phellandren, Piperiton zurückzuführen. Die verallgemeinerten Wirkungen dieser Stoffe benennt eine Erhöhung der Immunreaktion bei Warmblütern. Untersuchungen haben eine vermehrte und schnellere Bildung von Antikörpern als Gegenreaktion von Virusinfektionen aufgezeigt; Gleiches zeigt sich bei bakteriellen Infektionen (der Atemwege/Schleimhäute, z.B. durch Mykoplasmen). Zwiebel als auch Rosmarin wird vor allem eine prophylaktische Reaktion bei infektiösen Erkältungskrankheiten nachgesagt.

Neben der durchblutungsfördernden Wirkung, löst der Einsatz auch bakteriostatische Reaktionen aus, welche die Keimentwicklung im Trinkwasser eindämmt, aber eben nicht unterbindet.

Capsaicin, der Wirkstoff des Chilis, hat eine hohe pharmakologische Wirkung. Dem Stoff werden u.a. antioxidative, entzündungshemmende, schmerzlindernde und immunstärkende Wirkung zugeordnet

Trotzdem gilt! Zur Vermeidung eines Antigewöhnungseffekts bei den zu bekämpfen-den Schadkeimen bleibt es empfehlenswert diese Art der „Schutzfütterung“ immer so abwechslungsreich wie nur irgendwie möglich zu gestalten.

Bierhefe/Kräuterhefe

Diese enthalten außer Vitaminen, Spurenelementen, Aminosäuren, Calcium, Phosphor noch viele weitere wertvolle Substanzen und haben einen sehr günstigen Einfluss auf den Stoffwechsel und wirken so gesundheitsfördernd. Bierhefe hilft Stoffwechselstörungen zu vermeiden und wirkt vorbeugend gegen Darmkrankheiten.

 Bindung und Inaktivierung von Schadstoffen, die dem Futter entstammen (Pilzgifte) und Schadorganismen des Verdauungskanals (z.B. E.coli)

 Schutz vor Infektionen durch Ausbildung einer Schutzschicht (Biofilm) auf der Darmschleimhaut und durch erhöhte Antikörperbildung

 Versorgung mit hochwertigen Aminosäuren, Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Nähere Infos gemäß Artikel von Frau Prof. Dr. Brigitte Gedek!

Lactogel, ideal ergänzt durch die Kombination mit Zitroknob

Lactogel – ein Produkt aus dem Nutztierbereich wird u.a. bei Kälbern zu Behandlung von Durchfällen verwendet. Es enthält Elektrolyte, Puffersubstanzen sowie leicht verfügbare Kohlenhydrate und Proteine zur Stabilisierung des Wasser- und Elektrolytehaushalts.

Die Wirkung wird ergänzt durch Zusatzstoffe zur selektiven Förderung der gesunden Darmflora, insbesondere Schleimstoffe, pflanzliche Sekundärstoffe, prebiotische Oligosaccharide, Epithel (innere und äußere Zelloberfläche), schützende Vitamine und milchsäure-bildende Bakterien. Durch die Beimischung von Lactovit wird die Zahl der

Milchsäure-Bakterien nochmals erhöht.

 Empfehlung bei Ersteinsatz: Eine 10-Tage-Kur mit 10 Gramm pro Kilogramm

Futter vermag die Coli-Keime verlässlich auszuschalten!!!! Danach nach Bedarf!

Die Wirkung wird durch die kombinierte Gabe von Lactovit weiter verstärkt!

Zitroknob (pürierte und kurz aufgekochte Kombination von 5 Bio-Zitronen mit 30 – 40 Knoblauchzehen) verfügt ebenfalls über eine gesundheitsfördernde Wirkung und vermag bei der Taube den Schlund und die Schleimhäute frei von Trichomonaden,Hexamiten und anderen Darmparasiten zu halten. Verabreichung vorrangig über das Futter - nach einer gewissen Gewöhnungsphase auch über das Trinkwasser möglich – eignet sich sehr gut als Bindemittel, weil es schnell abtrocknet!

Rezept zur Herstellung von Zitroknob:

Zutaten: 3 große Knoblauchknollen/30 – 40 Knoblauchzehen, 5 Bio-Zitronen, 1 l Wasser; evtl. Ergänzung mit einer Zwiebel oder Ingwer.

Pürieren des Knoblauchs gemeinsam mit den ungeschälten Bio-Zitronen (Strunk entfernen) und 500 ml Wasser, dann die restlichen 500 ml Wasser hinzugeben und das Ganze kurz und vorsichtig bei 70 bis 80 Grad aufwallen lassen (aber nicht kochen), dann von der Kochstelle nehmen und rührend abkühlen lassen; anschließend noch leicht warm in Flaschen abfüllen. Der Mix lässt sich gekühlt mehrere Wochen aufbewahren und nutzen.

- Weitere Zufütterungsmöglichkeiten für eine ausgewogene Ernährung

Tierisches Eiweiß

Unsere Tauben sind keine Vegetarier, sondern nehmen im Freiflug auch tierisches Ei-weiß in Form von Schnecken, Würmer, Insekten, Spinnen und deren Larven zu sich. Hieraus stammen viele Nährstoffe, die essentiell sind, also vom Körper nicht produziert werden können. Diese Nährstoffe müssen deshalb täglich im Futter enthalten sein. Fehlen sie, führt das zu Mangelerscheinungen und als Folge zur Immunschwäche sowie letztlich zum frühen Tod. Wenn wir auch kein Lebendfutter verabreichen, so gibt es doch Möglichkeiten fütterungstechnisch auf alternative Eiweißquellen auszuweichen. Quark, aber insbesondere Joghurt können natürlich die Kropf- und Darmflora beeinflussen und somit für eine Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte, da sich aber die Problematik der Laktose-Unverträglichkeit bei Vögeln teils kontraproduktiv auswirkt, sollte dieser Weg wohl nur bedingt geeignet sein.

Auch das Ei ist ein sehr wertvolles Nahrungsmittel, das reich an Vitaminen (Vitamin-A-Träger), Mineraliengehalten und Fettsäuren ist. In der Taubenzucht fallen schon mal Eier an, die nicht mehr benötigt werden und dann nutzlos entsorgt werden. Warum auf den Misthaufen werfen, wenn sie auch verfüttert werden können? Eiweiß und Eigelb werden roh unter das Futter gemischt und erhöhen so ganz einfach die Wertigkeit der täglichen Futterration. Erwähnenswert ist auch, daß speziell das arteigene Eiweiß eine sehr hohe Verwertbarkeit aufweist!

Bei der Darreichung tierischen Eiweißes ist aber unbedingt darauf zu achten, daß die Futterration knapp kalkuliert ist und eine schnelle Aufnahme erfolgt. Ansonsten läuft der Züchter Gefahr, daß dieses verdirbt und als Folge Futtermittelvergiftungen auftreten.

Zur Beachtung! Nachdem manchen Züchtern eine knappe Fütterung und somit eine zeitnahe Aufnahme einfach nicht gelingen mag und somit das Risiko für eine Futtermittel-Vergiftung zunimmt, sollten diese bei Bedarf auf Produkte aus dem Handel ausweichen!

Öle

Öle gehören wegen ihrer essentiellen (einfach und mehrfach ungesättigten) Fettsäuren, den enthaltenen Vitaminen und wegen ihrer Rolle als Gegenspieler für die fettlös- lichen Vitamine (E, D, K, A) durchaus zur täglichen Fütterung. Nur ist m.E. der Bedarf nicht wirklich so hoch, wie oftmals vom Züchter angenommen. Durch eine ausgewogene Fütterung mit öl-haltigen Sämereien, Gemüse (ätherische Öle aus z. B. Knoblauch, Zwiebel, Maggi-Kraut usw.) wird diese Komponente oftmals automatisch abgedeckt. Bei einer Zufütterung empfiehlt sich daher ein sparsamer Umgang und die Verwendung von Distel-, Maiskeim-, Oliven- und Schwarzkümmelöl. Speziell die beiden Letztgenannten haben sich aufgrund der antibiotischen Eigenschaften hier bewährt.

Zur Beachtung! Öl wird vom Züchter gern als Bindemittel für Futterzugaben (z.B. gemäß obiger Ausführungen) verwendet; eine Bindefunktion wird hier aber nur sehr bedingt erreicht! Außerdem trocknet Öl nicht ab und wird bei Kontakt an den Futtertrog-Boden benetzen. Ein Nährboden für diverse Krankheitskeime. Würden Sie als Züchter von einem solchen Teller essen wollen?

Rohrzucker/Honigschaum

Diese Energieträger können über das Wasser oder das Futter (Kleberfunktion) verabreicht werden (1 Teelöffel pro Liter), denn diese wirken sich positiv auf die Stoffwechselsteigerung aus und haben gleichzeitig noch eine keimeliminierende Funktion. Die Tiere haben hierdurch mehr Appetit und können so ihre genetischen Anlagen besser ausschöpfen. Speziell beim Gefiederwechsel, vorrangig schwarzer Rassen, hat sich die Zucker-/Honiggabe bewährt, weil diese auch den Grünlack fördert.

Eine deutlich bessere Lösung als Honig bietet Honigschaum, der von Imkern meist deutlich kostengünstiger abgegeben wird, weil dieser bei der Honigherstellung (Schleudern) von der Oberfläche abgeschöpft wird, also ein Nebenprodukt darstellt und nicht in den Vertrieb geht. Ernährungstechnisch – auch für unsere Tauben – ist dieser „Schaum“ sehr wertvoll, da er außer Honig noch die Bestandteile Propolis, Blütenpollen und Bienenwachs enthält, welche das Produkt für mich weiter aufwerten.

Wenngleich die Bedeutung der Enzyme (Fermente) des Honigs für unser Geflügel von mir nicht abschießend beantwortet werden kann, so sehe ich hier durchaus einen weiteren Vorteil. Enzyme sind Katalysatoren für biologische Prozese; Eiweiße, welche die Umwandlung von Stoffen erleichtern. Bei der Energiebereitstellung, der Verdauung und dem Aufbau des Körpers sind sie unerlässlich.

Auch der in Drogerie-Märkten angebotene Multivitamin-Sirup (für Kinder gedacht) ist eine wertvolle Alternative. Neben 11 wichtigen Vitaminen sind noch die Mineralstoffe

Phosphor, Calcium, Magnesium und Natrium sowie die beiden Spurenelemente Mangan und Zink enthalten. Und das zum Preis von 3 bis 4 € für 500 ml.

Achtung: Wo auch immer möglich, sollte bei der Zusatzfütterung auch Futterkalk/

Hefe mit verabreicht werden. Benetzte Körner binden diese Zugaben an die Körner und unterstützen die Aufnahme!

- Natürliche immunstimulierende Ergänzungsfuttermittel aus der Industrie

Erlaubtes „Doping“ durch Jod und Eisen

Jod regt die Schilddrüsenfunktion an und fördert somit den Stoffwechsel, Eisen unterstützt die Hämoglobinbildung (Anteil rote Blutkörperchen), was die Voraussetzung für einen funktionierenden Sauerstoff- und Nährstofftransport ist.

Hier möchte ich hier die Ferkelwühlerde erwähnen (Jod sollte dann noch ergänzend verabreicht werden). Vogelzüchter setzen diese mit Erfolg ein, insbesondere beim Ankeimen der Futterration. Diese zeichnet sich aus:

 Durch den niedrigen pH-Wert (4,5 – 4,9) hilfreich zur Vorbeugung von Darmstörungen

 Natürliche Huminsäuren, als auch Oxal- und Fulvosäure, welche die Verdauung fördern; weitere wertvolle Nährsubstanzen (organische Eiweißverbindungen, versch. Zuckerarten, Mikronährstoffe usw.) werden außerdem beim Stoffwechsel auf vielen Positionen benötigt

 Der hohe Eisengehalt unterstützt die Hämoglobinbildung im Blut

 Überschüssige Feuchtigkeit wird aufgesaugt

 Vorbeugend gegen Futterverpilzung!

Keimreduktion des Trinkwassers

Ein meines Erachtens überschätzter Erfolgsfaktor zur Gesunderhaltung des Tierbestandes, da kontraproduktiv bei der Ausbildung des Immunsystems, ist die Keimreduktion, insbesondere beim Trinkwasser (Infektionsherd). Dies kann sinnvoll über kleine Zugaben von Apfelessig oder Fruchtsäuren erfolgen. Aber bei den im Handel angebotenen diversen Säure-Mixturen (organischen Säuren, wie Skorpion- und Ameisensäure) bzw. Chlorzugaben usw. hat sich ein evtl. Erfolg nur mittelfristig eingestellt, weil eine Störung des Stoffwechsels und/oder Schädigung der Schleimhäute die Folge sein kann!

Wenn gewünscht, so sollte auf eine natürliche Zusammensetzung sowie die richtige Dosierung geachtet werden, um das Wasser nicht keimfrei zu machen (Immunsystem wird entlastet anstatt gefordert) bzw. hierdurch Stoffwechselstörungen auszulösen. Ziel ist eine Reduktion der Schadkeime, aber keine vollständige Eliminierung.

Alternative mtl. Gabe von natürlichen Produkten zur Darmsanierung und/oder eines Bio-Stimulators mit z.B. Chili-Konzentrat für eine antibakterielle und fungizide Wirkung. Speziell die Verwendung von diversen Chili-Produkte setzt sich in der Praxis immer mehr durch, weil es die Immunabwehr stärkt und hilft das natürliche Gleichgewicht der Darmflora herzustellen. (Verdrängung von Mykoplasmen und Darmparasiten)

 Eine tragende Säule einer guten Immunabwehr ist und bleibt eben der Darm. Der Dünndarm übernimmt 25% der immunologischen Funktionen der Körperabwehr und es befinden sich hier 70-80% aller antikörperproduzierenden Zellen des Verdauungssystems.

Immunitätsfördernde pflanzliche und homöopathische Komplex-Präparate

Zur Steigerung der körpereigenen Abwehr (u.a. vor und während Impfmaßnahmen) sollten unterstützende Produkte aus dem Handel Verwendung finden. Der Einsatz, speziell bei der unterstützenden Eltern-/Jungtier-Zellenfütterung oder bei den abgesetzten Jungtieren hat sich hier stets bestens bewährt. Auch die Homöopathie birgt hier einige Möglichkeiten und jeder Züchter hat die Möglichkeit hier seine eigenen, situationsgerechten, Behandlungsmethoden zur Therapie oder Vorbeugung anzuwenden.

Ergänzend will ich hier kurz 3 homöopathische Mittel ansprechen, welche sich durchaus auch bewährt haben. Zuerst „Ipecacuanha“ (Schutz der Schleimhäute), welches vorrangig bei belastenden Wetterwechseln einzusetzen ist. Als Ergänzung hierzu bietet sich „Lachesis“ an, welches die Hormonproduktion, speziell der Sexualhormone, ankurbelt und somit ebenfalls einer evtl. Kreislauf- Stoffwechselschwäche vorbeugen kann Und bei Impfungen empfiehlt sich immer die Gabe von „Thuja“, um die Immunisierung des Bestandes zu unterstützen und evtl. Impfbegleiterscheinungen besser zu verarbeiten. Alle 3 sind in Form von Globulis/Streukügelchen mit Potenz C30, Dosierung 2-3 Stück pro Liter Wasser einzusetzen. Die Anwendung sollte max. 6 Wochen erfolgen, da ansonsten die Wirkung nachlässt (Gewöhnungseffekt). Kolostrale Immunglobuline (Antikörper)

Präparate mit Immunglobuline (aus Kolostral-Milch und/oder dem Ei gewonnen), die das Immunsystem stärken und harmonisieren und somit bei der Abwehr zahlreicher Bakterien unterstützen. Speziell bei Bestands-Resistenzen sind diese Produkte sehr empfehlenswert.

Was macht Kolostrale so wertvoll? Diverse bioaktive Inhaltsstoffe des Kolostrums wie Laktoperoxidase, Lysozyme und Laktoglobulin entfalten eine ausgeprägte Wirkung gegen krankmachende Bakterien (z.B. medikamentenresistente Coli-Keime) und Viren in Magen und Darm. Entzündungshemmende Substanzen schützen die empfindliche Schleimhaut, während das synergistische Zusammenwirken von einzigartigen Wachstumsfaktoren die Ausreifung und Entwicklung der Darmschleimhaut anregt. Damit wird das Verdauungssystem auf eine optimale Verwertung verschiedenster Futtermittel vorbereitet.

Wenngleich die Gabe solcher Nahrungsergänzungsmittel teilweise umstritten ist - da nicht bewiesen ist, daß speziell die Alttiere diese auch verarbeiten können - sollte jeder hier seine eigenen Erfahrungen machen.

Aus der Praxis: Ein Züchter hat mir mal berichtet, daß seine Jungtiere bei regelmäßiger Gabe von Kolostrum-Kapseln mindestens 100 Gramm schwerer Abfliegen und eine deutlich bessere Entwicklung nehmen!!! Erfahrungswerte!

Bevor der Züchter einem Jungtier beim Beringen irgendein Kombi- oder Trichomonaden-Präparat verabreicht, das im Nutztierbereich oftmals keine Zulassung hat und gleichzeitig dem Küken das im Aufbau befindliche "aktive" Immunsystem schädigt, sollte er lieber bei der Stärkung und Harmonisierung dessen oben aufgeführten Weg wählen!!!!!!!!!!!

Regelmäßige Herstellung und Versorgung der Tiere mit Vitalstoffen durch Keimfutter. Achtung! - Hier kann bei der Zubereitung mehr falsch gemacht werden als man zuerst annimmt und es empfiehlt sich vorher eine praxiserprobte Anleitung zu studieren und gemäß dieser vorzugehen.

Probieren Sie es mal aus, es macht gar nicht viel Arbeit, wenn es mal in den täglichen Arbeitsablauf eingebaut ist. Die Tiere sind agiler, mausern besser durch, die Aufzucht der Jungtiere bereitet weniger Probleme und außerdem werden Sie bemerken, daß der Futterverbrauch der Tiere merklich zurück geht und dies, als auch der ersparte Medikamenteneinsatz, Ihren Geldbeutel deutlich entlastet.

Schlusswort

Am Ende meiner Ausführungen angelangt, möchte ich noch erwähnen, daß diese Ausarbeitung mit Sicherheit keinen Anspruch auf Vollständigkeit geltend machen will. Zur Gesunden-Haltung unserer Tauben gehören noch weitere Themen, wie optimierte Stall-Belüftung (Luftzug, nicht Zugluft), vorbeugende Impfungen, Schädlingsbekämpfung usw.! Auch über diese Themen gibt es wertvolle Fachliteratur, die dem organisierten Geflügelzüchter weitestgehend zugänglich ist.

Auch wäre es der Sache nicht dienlich, wenn deshalb eine bisher funktionierende Haltung rigoros geändert würde!

Dieser Beitrag soll dem Züchter einfach nur helfen Zusammenhänge besser zu verstehen, Fehler zu vermeiden und so seinen Tauben auch in einem heutzutage schwierigeren Umfeld auf natürlichem Wege die Gesundheit zu erhalten. Mit dem Ziel bei geringem zeitlichen und finanziellen Mehraufwand sich die Freude an einem gesunden Taubenbestand zu bewahren!

Der Tierarzt kümmert sich um die Krankheiten Ihrer Tiere, davon lebt er und fungiert hier als Arzt und Apotheker in einer Person! Um die Gesundheit seiner Tiere müssen sich jeder selbst kümmern!

Für Fragen – gern per Mail  ( martin.gangkofner@online.de )  oder persönlich – stehe ich bei Bedarf gern zur Verfügung.

 

Martin Gangkofner


Zuchtsaison 2019

 

Nach hoffentlich sorgfältiger Vorbereitung unserer Zuchttiere und planvoller Zusammenstellung

der Zuchtpaare, ist die Zuchtsaison inzwischen für unseren Pommerschen Kröpfer  in vollem Gange.

Die ersten Jungtiere sitzen schon auf den Sitzstangen und genießen im Jungtierschlag bei Sonnenschein

den Tag.

Wichtig ist ein gutes auf unsere Jungtauben abgestimmtes Taubenfutter, Taubengritt und täglich sauberes Wasser.

Das dabei die Tränke täglich gereinigt und desinfiziert werden sollte, gehört zum Einmaleis des Taubenzüchtens! Verdreckte Futtergefäße und grünlich angelaufende Tränken zeugen davon, daß hier ein " Ferkel " sein Unwesen treibt.

Frische Luft, keine Zugluft und die Möglichkeit, das Sonnenlicht genießen zu können, ist der Garant für eine gute Entwicklung und Wachstum unserer jungen Pommern.

Wenn dann noch bedarfsgerecht Vitamingaben und Spurenelemente gereicht werden, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Es sei denn, wie oft erlebt, dass im Laufe des Zuchtgeschehens fremde Tiere von Taubenmärkten oder aus fremden Beständen gekauft und unkontrolliert in Zucht und Jungtierschläge eingebracht werden. Das Ergebnis, kranke und verendende Jungtiere, stocken der Zucht, da auch unsere Alttauben auf " Seuche " sind.

Nun wird schnell von der sog. "Jungtierkrankheit" gesprochen und der Taubenhalter gerät in Panik!

Statt den Doktor med. Vet. zu kontaktieren und den Taubenbestand planvoll nach seinen Vorgaben zu behandeln, werden alle nur verfügbaren Mittelchen die oft nur als "Bückware" erhältlich sind und deren Aufschrift und Medikation nur in den wenigsten Fällen vom Anwender gelesen und verstanden werden, massenhaft verabreicht. Das ein solches Vorgehen nur im Chaos enden kann, muß jedem gescheiten Zuchtfreund klar sein.

Fremde Tiere, ob zur Bestandsergänzung oder zur Blutauffrischung werden nur bis 4 Wochen vor dem Zuchtgeschehen angeschafft und gehen sofort in Karantäne, bevor sie in den eigenen Bestand gelangen!

Dubiose Medikamente und sog. Zaubermittel, haben in unseren Taubenbeständen nichts zu suchen, auch nicht bei unseren Pommerschen Kröpfern!

Aber zurück zur Zucht 2019 - Ratsam für unsere Jungtauben ist eine rechtzeitige Stärkung ihres Immunsystems. Geeignete Mittel hat der gut sortierte Fachtierarzt mehr als reichlich zur Auswahl.

Regelmäßige Parasitenbekämpfung incl, Würmern und Kontrolle von Trichomonaden und Kokzidien in den bevorstehenden warmen Sommermonaten sind dringend notwendig.

Diese Vorgehensweise gilt nicht nur für unseren Pommerschen Kröpfer, sondern ebenso für alle Rassetauben

und auch für die oft verwendeten Ammentauben, die in vielen Zuchten behandelt werden,

wie ein eingeheirateter Schwiegersohn!

Bedenkt, liebe Sportsfreunde, diese Ammentauben füttern den neuen Jahrgang Pommern, in den wir soviel Hoffnung setzen und denen die Zukunft einer jeden Zucht sind.

Allen Zuchtfreunden und Gönnern unsers geliebten "Pommern" noch eine erfolgreiche Zucht 2019 und ein Wiedersehen in Jesewitz bei guter Gesundheit und strahlendem Wetter.

Wir laden dazu an dieser Stelle noch rechtzeitig ein!

 

Heinrich Huge

 


Anfang Januar hatte ich wieder Besuch aus Kroatien.Mein Freund Mirko Liovic mit seinem Sohn und Neffen hat sich auf den weiten Weg nach Bocholt gemacht . Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es zu den Tauben und nach ausführlichen Gesprächen über unsere Lieblinge ,wechselten ein paar Paare den Besitzer und sind jetzt mit Mirko und seiner Familie auf de@n langen Weg zurück nach Kroatien .

Dieter Mersmann


Gedanken über Freundschaften und dem gemeinsamen Miteinander unter uns Rassetaubenzüchter .

Freundschaften pflegen und erhalten ,das sollten wir uns einfach einmal durch den Kopf gehen lassen . Ein guter Anlass dafür war für uns der 60 Geburtstag von Franz Rhüdiger ,er züchtet Pommersche Kröpfer in gelbfahl , rotfahl und rotgeherzt .

Natürlich waren wir ,als seine Taubenkollegen ,eingeladen .Aus allen Ecken von Nordrhein Westfalen  kamen die Züchter um Franz zu seinem 60 Geburtstag zu gratulieren .

Jeder züchtet von uns verschiedene Taubenrassen und Farbschläge ,wie das Altdeutsche Mövchen, Lahore , Farbentauben, Tümmler ,Vorburger Schildkröpfer ,Niederbayrische Kröpfer ,Altdeutsche Kröpfer ,Pommersche Kröpfer um nur einige zu nennen .

Ob Unternehmer ,Handwerker oder Rentner ,alles ist vertreten zu solchen Treffen ,die regelmäßig unter uns stattfinden, immer wieder bei einem anderen Züchter .

Somit kann jeder von uns auch mal über seinen eigenen Tellerrand schauen ,ich denke das wir dadurch bestimmt nicht Dümmer werden ,im Gegenteil !

Nur so können wir Freundschaften erhalten ,indem wir uns gegenseitig respektieren und jeden auf seine Art und Weise ernst nehmen .

 

Verbleibe mit einem Züchtergruß

 

Dieter Geisler 


Am Sonntag den 16.12.2018 hatte ich Besuch von Vladimir Haramina bei mir in Bocholt . Nach der Begrüßung ging es zu den Tauben .Vladimir hatte viele gute Worte für meine Zucht übrig und sagte solch eine ausgeglichene Zucht findet man leider nicht mehr oft . Wir haben natürlich auch über die Zucht und Haltung des Pommerschen Kröpfer diskutiert und es wurde sich rege ausgetauscht .

Marcel Möller kam dann auch noch hinzu und so wurde lange bei Kaffee und Kuchen gefachsimpelt .

Zum Ende wechselten dann ein paar Pommern Kröpfer von mir den Besitzer und leben zukünftig in Kroatien ,zudem gingen noch 2 paar weiße Pommern Kröpfer  von Marcel über die Niederlande nach England .

Es waren ein paar schöne Stunden mit Züchterfreunden und zeigt das unsere liebe zum Pommern Kröpfer nicht nur Menschen ,sondern auch Länder miteinander verbindet .

 

Dieter Mersmann